| Beschreibung der Gemeinde Giesensdorf Im hügeligen Lauenburgischen, inmitten wald- und seenreicher Landschaft, liegt Giesensdorf. Einige große Gehöfte, teilweise noch reetgedeckt, zeigen altes Fachwerk und traditionelle Backsteinverzierungen. Sie bilden einen lockeren Kranz um den großen Dorfteich und stehen in reizvollem Kontrast zu den neuen Einfamilienhäusern. Neben der Pflege ihrer alten, großen Bäume, die das ländlich-harmonische Bild bereichern, bemühen sich die Einwohner seit vielen Jahren darum, durch Neupflanzung junger Linden ihr Dorf weiter zu verschönern. Die Kreisstadt Ratzeburg mit allen Versorgungs-, Freizeit- und Bildungseinrichtung liegt in Sichtweite der Giesensdorfer. Dennoch bleibt ihr Dorf von störendem Durchgangsverkehr nahezu unberührt. Hier ist gut wandern, radeln oder reiten, was Feriengäste und Besucher gerne bestätigen. Ein Gang durch Giesensdorf lässt den Fremden rasch an Düften und Geräuschen erkennen, dass die Arbeit auf den fünf bäuerlichen Betrieben das Bild prägt. Doch sind auch hier die meisten Einwohner längst in anderen Berufen außerhalb des Ortes tätig. In das dörfliche Leben einbezogen wohnen hier seit vielen Jahren bis zu neun Kinder und Jugendliche in einer Einrichtung der Arbeiterwohlfahrt. |
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Historisches: Giesensdorf steht auf geschichtsträchtigem Boden. In der Feldmark sind mehrere Grabhügel aus der Bronzezeit nachgewiesen und verschiedene Einzelfunde an Werkzeugen, Waffen und Tonscherben belegt. Sogar eine römische Goldmünze, geprägt im Jahre 262 für den Kaiser Postumus, wurde hier gefunden. Wahrscheinlich ist Giesensdorf eine slawische Siedlung, doch wird der Ort erstmals in einer Urkunde des Ratzeburger Bischofs aus dem Jahre 1194 als "Giselbregthestorp" erwähnt. Der Name steht für "Dorf des Giselbrecht oder Giselbert". |
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| Nach mehrmaligen Verkäufen und Verpfändungen erwarb die damals reiche und mächtige Hansestadt Lübeck das Dorf im Jahre 1424. Länger als 500 Jahre blieben die Giesensdorfer politisch gesehen Lübecker, also Republikaner. Ihre Bauernvögte (Bürgermeister) wurden sogar in die Lübecker Bürgerschaft (Parlament) gewählt. Erst 1937 wurde der "Lübeckische Freistaat" durch ein Reichsgesetz aufgehoben und sein Territorium der preußischen Provinz Schleswig-Holstein eingegliedert. Ungefragt waren so die Giesensdorfer zu Preußen gemacht geworden.
(Joachim Chwala) |
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